Mit diesem robusten und benutzerfreundlichen Instrument kann Pflanzenschädlingsdruck, Ertragspotenzial, Qualität, Lagerfähigkeit, Kalzium-Versorgung und Unkrautprobleme im Voraus erkannt werden. Es hilft einen Bor-Mangel zu erkennen, unterstützt bei der Auswahl von Blattdüngern und zeigt die Gefahr von Frostschäden an.

Die Entwicklung der Kulturen selbst zeitnah kontrollieren zu können ist der zentrale Baustein der „regenerativen Landwirtschaft“.

Gründe den Brix-Gehalt nicht nur Ihrer Pflanzen zu kennen:

Mit dem Refraktometer messen sie die Lichtbrechung der gelösten Feststoffe, angegeben in % Brix.

Überprüfen Sie die Nährstoffdichte des Blattsaftes Ihrer Kulturen, gibt das Ergebnis Auskunft über Ihre Fähigkeiten als „Chlorophyll-Manager“ Ihrer Pflanzen. Zucker und Kohlenhydrate machen etwa 90 % des Pflanzensaftes aus. Daneben enthält der Blattsaft Enzyme, Hormone, organisch gebundenen Mineralien und Aminosäuren in einer großen Anzahl von Verbindungen. Hohe Brix-Werte bedeuten daher nicht einfach nur hohe Zuckergehalte, sondern eine hohe Konzentration an gebundenen Nährstoffen. Es gab schon viele lange Gesichter, wenn z.B. tief grüne Weinblätter einen Brix-Wert von 2, anstatt der erforderlichen 12 % Brix für gesunde Pflanzen aufwiesen.

°BrixPflanzenreaktion
0-6anfällig für alle Erreger und Krankheiten
7 und höherpathogene Schimmelpilze, Algen und Pilze können auf der Pflanze nicht wachsen
10 und höherFrüchte und Futtermittel erreichen ein höheres Qualitätsniveau.
Die Pflanze kann die Mikroorganismen im Boden versorgen und
gleichzeitig das eigene Wachstum und ihre Immunität fördern (keine Alternanz)
14 und höherInsekten können den Saft aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht mehr vertragen.
Hier beginnt nährstoffreiche Nahrung

Damit steht den Landwirten eine Art „Tankuhr“ für das Energieniveau der Pflanzen zur Verfügung. Niedrige Brix-Werte sind vergleichbar mit einer fast leeren Kraftstoffanzeige im Fahrzeug. Ziel ist es, die Kulturen zum Leuchten zu bringen! Blattglanz ist ein wichtiger Indikator auf dem Weg zur optimalen Pflanzengesundheit. Nur ab diesem Gesundheitsstadium geben die Pflanzen Lipide über Wurzelausscheidungen an den Boden ab und ernähren damit die Humus aufbauenden Pilze. So wird bei laufender Produktion der Boden verbessert.

Dr. Ingrid Hörner Brix-Messungen – Vorteile, die Sie kennen sollten 05/2020

Eine wichtige Ausnahme ist zu beachten:

Unter sehr trockenen Verhältnissen nimmt die Pflanze mit dem knapp bemessenen Bodenwasser hohe Konzentrationen an Nitrat, Kalium und anderen Salzen auf. Unter Trockenheit bedeuten dann hohe Brix-Werte geringe Zuckergehalte, geringe Energie und geringe Vitalität Ihrer Pflanzen. Hier ist die elektrische Leitfähigkeit des Blattsaftes (<12 ms) gegen zu prüfen. Bitte überprüfen Sie den Wasserstress bzw. den Wasserbedarf Ihrer Pflanzen mit dem Infrarotthermometer. Dabei wird die Differenz der Blatttemperatur (< 4 °C) zur Umgebungstemperatur gemessen.

Die Linie, die den Wert anzeigt, gibt einen Hinweis auf die Kalziumversorgung der Kulturen. Wenn die Trennlinie sauber und scharf ist, deutet dies auf einen Kalziummangel im hin. Im Grunde deutet es auf einen generellen Mineralstoffmangel hin, denn das Kalzium ist „der Trucker aller Mineralien“ und damit ein wichtiges Schlüssel-Mineral. Gerade im Jugendstadium, d.h. von der Keimung bis zum Übergang in die generative Phase (bis die Pflanze schwanger wird), bzw. bis zur Einlagerung in die Speicherorgane ist Kalzium ein sehr wichtiges Element.

Das Ziel sollte daher eine verwaschene, unscharfe, also schwer ablesbare Linie im Refraktometer sein. Eine hohe, unscharfe Linie ist ein Anzeichen für die Nährstoffdichte und einen wünschenswerten Kalziumspiegel in der Pflanze.

Geringe Kalziumgehalte in der Jugendentwicklung begrenzen die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Insbesondere eine hohe Kaliumdüngung im Jugendstadium behindert eine ausreichende Kalziumaufnahme durch die Pflanzen. Gut mit Kalzium versorgte Früchte schmecken bei gleichen Brix-Werten süßer. Folglich sind optische Refraktometer einem digitalen Gerät vor zu ziehen.

Nicht immer liegt auch im Boden ein absoluter Kalziummangel vor. Auskunft gibt der Karbonattest. Dazu mit dem Spaten aufgraben und 10 %-iger Salzsäure (erhältlich in der Apotheke) den Kalkgehalt überprüfen. Schäumt nichts auf, dann hat dieser Boden tatsächlich einen Ca-Mangel, welcher mit einer Kopfkalkung (bis ca. 300 kg/ha), sowie einer Kalk-Melasse-Spritzung korrigiert werden kann. Schäumt es auf und im Pflanzensaft ist die Linie scharf, dann kann Silizium, Bor oder Schwefel im Mangel sein.

Haltbarkeit und Brix sind direkt miteinander verbunden. Es ist sehr verwunderlich, dass die großen Supermarktketten diese Tatsache bisher ignorieren. Je höher das Brix-Niveau von frischen Produkten liegt, desto länger können die Produkte in den Regalen angeboten werden und der im Abfall zu entsorgende Anteil reduziert sich deutlich. Wenn die Einkäufer der Lebensmittelketten höhere Brix-Werte von den Erzeugern einfordern würden und entsprechende Qualitäten mit einer Prämie honorieren, würden die Böden profitieren und den Verbrauchern könnten Nahrungsmittel mit fast vergessenem Geschmack in Heilmittelqualität (Nahrung als Medizin) angeboten werden.

Der Erfolg der Initiative „Farming for the Future“ von Woolworths in Südafrika ist der lebhafte Beweis für dieses ungenutzte Potenzial und spricht für sich.

Hier finden Sie den ganzen Bericht zu: Brix–Messungen — Vorteile, die Sie kennen sollten! von Frau Dr. Ingrid Hörner

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