Da die Bodendichte einen wesentlichen Teil eines funktionierenden Bodenlebens einnimmt, messen wir grundsätzlich auch in diesem Bereich, um daraus weitere Schlüsse auf die Intaktheit des Bodenlebens, und einer ganzheitlichen Wirkung ziehen zu können.

Grundsätzliches:

Auszug aus einer Forschungsarbeit von Andreas Bohner, Philipp Gehmacher , Gernot Bodner , Peter Strauss

Durch Bodenverdichtung werden nahezu alle physikalischen, chemischen und biologischen Bodeneigenschaften und -prozesse beeinflusst (Hakansson und Medveder, 1995).

Das Luftvolumen im Boden wird vermindert und die Bodendurchlüftung (Gasdiffusion) verschlechtert. Überverdichtete Böden haben deshalb niedrigere Sauerstoff- und höhere Kohlendioxid-Konzentrationen in der Bodenluft als normalverdichtete Böden (Hansen und Bakken, 1993).

Durch Reduktion der Grobporen wird der Eindringwiderstand (EW) für Pflanzenwurzeln erhöht. Der EW des Bodens ist von der LD (Lagerungsdichte) und vom aktuellen Bodenwassergehalt abhängig. Er steigt mit zunehmender LD und nimmt mit zunehmendem Bodenwassergehalt ab, insbesondere in verdichteten Böden (Iijima und Kato, 2007; Herbin et al., 2011). Der EW wird stärker von der LD als vom aktuellen Bodenwassergehalt beeinflusst; der Einfluss des Bodenwassergehaltes nimmt allerdings mit steigendem Tongehalt im Boden zu (Hernanz et al., 2000).

Ein hoher EW kann, ebenso wie mangelnde Durchlüftung, die Durchwurzelbarkeit des Bodens einschränken (Mohr, 1980; Evans et al., 2012; Pulido et al., 2017). Die Wasser- und Nährstoffvorräte im Boden werden dadurch schlechter ausgenutzt (Kozlowski, 1999). In überverdichteten Böden reduzieren die Pflanzenwurzeln ihr Längenwachstum, die Ausbildung von Seitenwurzeln wird hingegen verstärkt (Bengough et al., 2006). Eine starke Konzentration der Wurzelmasse auf die oberste Bodenschicht und eine schlechte Durchwurzelung des Unterbodens sind charakteristisch für überverdichtete Dauergrünlandböden (Bohner et al., 2016).

Außerdem wird durch Bodenverdichtung die hydraulische Leitfähigkeit im Boden vermindert (Voorhees et al., 1986), weshalb Staunässebildung und Reduktionsprozesse (Herbauts et al., 1996) gefördert werden. Staunässe bewirkt einen zeitweiligen Sauerstoffmangel im Hauptwurzelraum, eine langsamere Bodenerwärmung und eine Veränderung in der Artenzusammensetzung der Vegetation (Bohner et al., 2006).

Die Grundwasserneubildung wird dadurch vermindert, die Hochwassergefahr steigt, die Abschwemmung von Nährstoffen und Eutrophierung von Oberflächengewässern werden gefördert (Kurz et al., 2006). Durch Bodenverdichtung wird die Wärmeleitfähigkeit im Boden erhöht; geringere Temperaturschwankungen im Oberboden und in der bodennahen Luftschicht sind die Folge (Hartge und Horn, 2014). Durch Bodenverdichtung werden die Kohlenstoff- und Stickstoffmineralisation im Boden (Breland und Hansen, 1996; Nawaz et al., 2013) sowie die Netto-Nitrifikationsrate und biologische Stickstoff Fixierung (Hakansson und Medveder, 1995) vermindert, während Denitrifikationsprozesse im Boden (Nawaz et al., 2013) und Lachgasemissionen (Sitaula et al., 2000) erhöht werden.

Die Bodenverdichtung begünstigt die Emission von Treibhausgasen (CO2 , N2 O, CH4 ) und beeinflusst somit auch die Atmosphäre (Nawaz et al., 2013). Sie engt den Lebensraum von Bodenorganismen durch Verkleinerung des besiedelbaren Porenraumes ein und beeinflusst Abundanz, Diversität und Biomasse der Bodenorganismen (Larink et al., 1994). Nachteilige Folgen einer Bodenverdichtung können Ertragsrückgänge und eine verminderte Stickstoffaufnahme sein.

Umfangreichere Informationen dazu können Sie aus dem Forschungsbeitrag Bodenverdichtung im Dauergrünland und ihre Auswirkung auf die Grünlandvegetation ersehen.

Das sind nur einige wesentliche Auswirkungen die uns die Bodenverdichtung bringt und daher empfehlen wir absolut rasche Maßnahmen zu setzen um die Funktion dieses Lebensraumes wieder auf ein erträgliches Maß zu bringen.

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