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Der Neuralink (Gehirnchip) ist quasi ein Roboter, der den Menschen psychisch lenken kann und körperliche und psychische Funktionsdaten von Menschen empfangen und weitergeben kann.

Obgleich ich als Neurophysiologe auf diesem Gebiet schon einiges kenne, ist dieser Neuralink ein jeglichen ethischen und humanistischen Regeln widersprechendes abscheuliches menschenverachtendes Vorhaben.

Der Gehirnchip muss wie die Atombombe geächtet werden. Er beendet die Menschlichkeit, er beendet die Existenz des Homo sapiens.

Warum? Mit dem auf der Schädeldecke implantierten Neuralink (Gehirnchip) erfolgt ein personenunabhängiger Eingriff in die menschliche Psyche, das bedeutet eine Einwirkung auf das Denken und Fühlen, auf den freien Willen und auf das bewusste Handeln, mit dem Ziel die Menschen zu technisieren, digitalisieren und robotisieren.

Mit dem Gehirnchip werden die Gedanken und das Bewusstsein kontrolliert und gesteuert.

Athermische schwache elektromagnetische Felder stellen zwischen Smartphone und Implantat über bioelektrische Hirnstromzellen Verbindungen zu den Hirnzellen her und gewährleisten ein Feedback. Mit dieser Gehirn-Smartphone-Schnittstelle „Neuralink“ können unendlich beliebig Gehirn und Smartphone oder Computer verbunden und an die künstliche Intelligenz angepasst werden. Infolge dessen wird eine Abhängigkeit des Menschen von dieser Technik bewirkt, die vergleichbar mit der Drogen- oder Alkoholabhängigkeit ist.

Dieses System von Elon Musk auch für medizinische Zwecke einsetzen zu wollen, erregt bei mir große Bedenken, weil dem Nutzer jegliche ärztliche Kenntnisse fehlen. Wenn der Nutzer dieses System zum Beispiel gegen Kopfschmerzen anwenden möchte, kann er mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die Medizin kennt bis zu 150 Ursachen für Kopfschmerzen. Die kann kein Laie beurteilen.

Schon heute gibt es in der Diagnostik-Nomenklatur die „Kopfschmerzen durch Medikamente“. Die Kopfschmerzbehandlung mit dem Neuralink-Smartphone durch den Nutzer kann unvorstellbare schädliche Folgen für das menschliche Gehirn haben, die nicht wieder gut zu machen sind.

Die Stimulierung feiner implantierter Nadelelektroden wurde in den 60er Jahren in neurologischen Kliniken der USA und der Sowjetunion bei Parkinsonpatienten mit starker Schüttellähmung und bei Patienten mit epileptischen Anfällen angewendet.

Persönlich hatte ich die Gelegenheit, diese Therapiemöglichkeit in der neurologischen Klinik der Akademie der Wissenschaft in St. Petersburg kennenzulernen. Diese wurde von Prof. Dr. Bechterewa, der Tochter des Neurologen Bechterev, nach welchem eine Krankheit benannt wurde, eine Zeit lang mit guten Effekten durchgeführt.

Diese Therapie wurde nur von hochqualifizierten Neurologen vorgenommen.

Den Einsatz des Gehirnchips bei Depressionskrankheiten, wie das Herr Markus Schmidt zur Aussicht stellt, halte ich für unmöglich, weil diese Krankheit körperliche, geistige und soziale Komponenten hat.

Implantate in Ohren und Augen sind umstritten und mit hohen Risiken verbunden. Derartigen Versprechungen von Herrn Schmidt kann ich nicht folgen.

Meine ablehnende Haltung gegenüber dem Gehirnchip und der Technisierung und Digitalisierung des Menschen wird auch von Wissenschaftlern anderer Fachdisziplinen geteilt.

Die Auffassung von Musk, dass das Leben mit dem Computer verknüpft werden soll, um die künstliche Intelligenz in Einklang mit der menschlichen Intelligenz zu bringen sieht Armin Grunwald, Leiter des Büros für Technikfolgeabschätzung im Deutschen Bundestag, in seinem Buch: „Der unterlegene Mensch: Die Zukunft der Menschheit im Angesicht von Algorithmen, künstlicher Intelligenz und Robotern [riva premium]“, als eine Gefahr für die Menschheit, weil mit der Digitalisierung und der totalen Überwachung des menschlichen Geistes jegliche Demokratie beseitigt wird, mit folgendem Zitat [Seite 186-189]

„Was würde passieren, wenn bei uns die Demokratie von einer Diktatur abgelöst würde? Die digitale Infrastruktur würde komplett bestehen bleiben. Sie könnte dann von den neuen Machthabern ohne jede demokratische Kontrolle eingesetzt werden. Und wofür wohl, wenn nicht zur Stützung der Diktatur durch die totale Überwachung!

Das macht Angst: Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die technischen Voraussetzungen für eine totale Diktatur so gut wie heute. Gegen unsere digitalen Überwachungstechnologien war alles was Hitler, Stalin oder Mao zu bieten hatten nicht viel mehr als Kinderspielzeug – und da liegt mir jede Verharmlosung extrem fern.“

Auf der Rückseite des Buchs von Armin Grunwald, Deutschlands führendem Technikfolgeabschätzer, ist folgender Text angeführt:

„Alle reden von Digitalisierung. Wunderbare Zukunftsperspektiven werden entworfen. Komfort und Wohlstand, mehr Gesundheit und möglicherweise die digitale Unsterblichkeit warten auf uns. Diese neuen Annehmlichkeiten sind aber nur die eine Seite der Medaille.“

„Zunehmende Abhängigkeit von digitalen Technologien, das Risiko totaler Überwachung, massenweise Übernahme menschlicher Arbeitsplätze durch Roboter, die Manipulation der öffentlichen Meinung, der drohende Kontrollverlust des Menschen über die Technik – diese andere Seite zeigt bedrohliche Züge.“

Da gegenwärtig die Hackerkriminalität im Erblühen ist, ist auch der Missbrauch dieser Erscheinung als große zusätzliche Gefahr für die Menschen mit Hirnimplantaten zu sehen.

Das gesunde normale Gehirn des Menschen ist in seiner Funktion durch keine Technisierung und KI (künstliche Intelligenz) zu erreichen

Das möchte ich kurz aufzeigen.

Das menschliche Gehirn hat

  • ca. 100 Milliarden Nervenzellen
  • ca. 10.000 Verbindungen von jeder einzelnen Nervenzelle zur anderen
  • Diese funktionelle Verbindung kann in 10 verschiedenen Intensitätsstufen erfolgen. Daraus ergeben sich 100.000 Verbindungsmöglichkeiten von jeder Gehirnzelle.
  • Ca. 15-30 % dieser Verbindungsmöglichkeiten werden im Leben eines gesunden Menschen genutzt.

Reserven von 70-85 %!

Da ist KI überflüssig.

Um diese Reserve des menschlichen Gehirns zu nutzen, benötigen wir die Orientierung auf psychosoziale Gesundheit und Spiritualität.

Von der Geburt an ist eine Liebe ausstrahlende, psychologische, pädagogische und soziale Führung erforderlich, die vor allem die Gruppenethik und im Loslösen von materiellem Denken und Handeln geprägt sein muss. Liebe und Kreativität, ganzheitliche Aktivität und Spiritualität sollen im Wesentlichen den Lebensinhalt bestimmen.

Das menschliche Gehirn arbeitet elektrophysiologisch:

  • einige Milliardstel Ampere werden an den Zellmembranen gemessen
  • 1,6 Millionen km Nervenbahnen befinden sich im Gehirn.
  • Leitungsgeschwindigkeit der Erregung: 200-400 km/h

Das Nervensystem (einschließlich Gehirn) arbeitet mit Frequenzen/Schwingungen, Impulsen, Rhythmen.

Das menschliche Gehirn und die Gehirnzellen (Neuronen) mit Synapsen in verschiedenen Vergrößerungen [modifiziert nah Benson 1996]

Emotionelle Flexibilität ist das Charakteristische eines gesunden Menschen.

Das folgende Schema soll zeigen, welche Gehirnprozesse wirksam werden müssen, um sich an die vielfältigen schwingenden Systeme der Umwelt zu adaptieren. Das kann niemals eine technische KI oder ein Roboter erreichen

Wie der Digitalisierungswahn das kindliche Gehirn im Schulunterricht kontrolliert

Der Biotechnologe Markus Schmidt spricht auch begeistert von dem Focus Edu Stirnband, mit dem Schüler zu uniformem Denken getrimmt werden sollen. Dazu meine Stellungnahme.

An der Universität Tübingen im Leibniz-Wissenschaftscampus läuft ein Forschungsprojekt: „Eine kognitive Schnittstelle zur Verbesserung des Unterrichts: Analyse der Aufmerksamkeit der Schüler während des Unterrichts im Klassenzimmer.

Die permanente Messung der Aufmerksamkeit während des Schulunterrichts wird mit einem EEG-Stirnband (Focus-Eden-Stirnband der Firma Brain-Co) und eines Eye-Trackingmethode durchgeführt. Damit erfolgt eine Echtzeitüberwachung der Gedanken und Emotionen anhand der EEG-Wellen und der Augenfunktionen (z. B. Pupillenveränderungen).

Eine LED, die mit beiden Registriersystemen verbunden ist, gibt in verschiedenen Farben die angebliche Aufmerksamkeit jedes Schülers auf dem Stirnband an und wird per Funk der Lehrerin oder dem Lehrer übermittelt. Folgende Aufmerksamkeitsstufen werden von jedem Schüler signalisiert:

blau: unaufmerksam

gelb: aufmerksam

rot: sehr konzentriert

Diese Zeitreihendaten der Registrierung werden gespeichert. Die Pädagogen können also auch nach dem Unterricht noch einmal die Aufmerksamkeit kontrollieren und zum Beispiel auch den Eltern dokumentieren, wie aufmerksam und brav ihr Kind ist! Ziel dieser Hirnfunktionskontrolle soll es sein, die Schüler zu besseren Leistungen zu stimulieren.

Dieses Gehirn-Stirnbandsystem misst nicht nur die Aufmerksamkeitsgedanken jedes einzelnen Schülers. Die Aufmerksamkeit aller Schüler ist miteinander vernetzt und zeigt ein mittleres Konzentrationslevel der gesamten Klasse an. Die Pädagogen können sofort erkennen, wer von diesem Durchschnittslevel abweicht und seinen eigenen Gedanken nachgeht.

Diese EEG-Gedankenkontrolle gibt keinen Freiraum für ein individuelles Gedankenspiel oder für das erholsame Gedankenabschalten.

Das Abschalten der Gedanken ist eine wichtige Funktion unseres Gehirns. Der französische Neurologe Charot beschrieb diese Erscheinung 1850 als Alltagstrance. Unser Gehirn unterliegt faktisch einer Flut-Ebbe-Bewegung des Bewusstseins. Nach hoher Konzentration tritt plötzlich Alltagstrance (Entspannung) auf. Dieser wird auch als „Mach doch mal eine Pause“-Signal bezeichnet.

Wenn ein Schüler Rot signalisiert hat und plötzlich für eine Zeit Blau sendet, so ist das eine normale Reaktion des Gehirns. Mit dieser technischen Aufmerksamkeits-Zwangserzielung wird das „Mach mal eine Pause“-Signal abtrainiert und das kindliche Gehirn in Dauererregung und damit in Dauerstress versetzt [Übersicht Hecht 2020].

Ich fordere aufgrund des wissenschaftlichen Erkenntnisstands humane Bildung durch leidenschaftliche Pädagoginnen und Pädagogen und nicht durch digitale Gedankenkontrolle.

Das ist offensichtlich aber nicht das Ziel der digitalisierungsbesessenen Bildungsverantwortlichen, z. B. der Bildungsministerin des Landes Baden-Württemberg Susanne Eisenmann, die dieses Tübinger Forschungsprojekt offensichtlich unterstützt. Das „Bündnis für humane Bildung“ hat Lehrern und Eltern empfohlen, gegen diese Gedankenkontrolle, die gegen das Datenschutzgesetz verstößt, Einspruch zu erheben.

Diese digitale Umformung der Schüler im Unterricht gleicht einer Dressur und kann diese Hirnprozesse konditionieren, so dass das Selberdenken der Schüler blockiert werden kann.

Als Neurophysiologe, der sich mit der EEG im Wachsein und Schlaf gut auskennt, habe ich meine Bedenken, ob dieses System überhaupt verlässlich funktioniert.

Bei Schülern, die gewöhnlich einen Bewegungsdrang haben, können bei der Registrierung Artefakte auftreten, die zur Fehlanalyse führen. Außerdem bezweifele ich, dass die Einteilung „entspannt, aufmerksam, hoch konzentriert“ präzise durch die entsprechende Software klassifiziert werden kann. Die automatische Analyse des Wach- und Schlaf-EEGs hat einen langen widerspruchsvollen Weg hinter sich. Die Registrierung des EEG in einer Zeiteinheit einer Unterrichtsstunde von 45 Minuten ist mit vielen Unsicherheiten behaftet.

Das Gehirn ist für den Neurowissenschaftler heute noch eine Blackbox und für einen Digitalisierungsexperten erst recht. Deshalb sind für mich die Einteilungen der Aufmerksamkeitsstufen des Tübinger Experiments nicht realistisch.

Die Meinung eines ehemaligen Mitarbeiters der Firma BraiCo, die das EEG-Stirnband herstellt. „Ein ehemaliger BrainCo-Angestellter bekennt, dass die EEG-Messungen extrem ungenau seien, das Algorithmen-Team von BrainCo ein Chaos und die Firma eher keine Tech-Company sei, sondern vor allem Geld der chinesischen Eltern verdienen wolle“. [Quelle: https://www.indeed.com/cmp/Brainco/reviews/not-a-tech-company-only-care-about-earning-money-from chinese-parents?id=dec10429e7f1a63f]

Abbildung 2:   Das FocusEdu Stirnband der Firma BrainCo, welches bei Schülerinnen und Schülern die Aufmerksamkeit während des Unterrichts kontrolliert [CC-by-SA/Dennis Blomeyer]

Ein Ansatz zum Umdenken von Herrn Markus Schmidt

Der Einsatz von EEG und Eyetracking im Schulunterricht ist eine Verletzung des Menschenrechts auf humane Bildung und auf ganzheitliche Gesundheit. Wir brauchen Menschen, die kreative Gedankenspiele beherrschen, Menschen, die immer das Neue in ihren Denkprozessen angehen, Menschen, die Tagträume beherrschen. Kurzum wir brauchen daher denkende Menschen und diese müssen in den Schulen entwickelt werden.

„Das Denken gehört zu den größten Vergnügungen der menschlichen Rasse“ [Bertolt Brecht]

Dieses Vergnügen sollten die Schüler ohne Digitalisierung als Genuss des Lebens und in der Schule erlernen, aber ohne Technik, sondern mit guten Pädagoginnen und Pädagogen.

Schlussfolgernd möchte ich noch einmal wiederholen.

Die Gehirnchipaktion und die gesamte Neurotechnologie sind wie die Atombombe zu betrachten und entsprechend abzulehnen: sie beenden die Existenz des Homo sapiens und die Menschlichkeit auf unserem Planeten.

Dieser Genozid muss mit allen Mitteln verhindert werden.

Noch ein wichtiger Hinweis.

Der sogenannte technische Fortschritt hat der psychosozialen Gesundheit der Menschen und der Natur (Ökologie) sehr großen Schaden zugefügt.

Deshalb: Stopp der technischen Weiterentwicklung.

Prof. em. Prof. Dr. med. habil. Karl Hecht

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