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Glyzin statt Ritalin – Naturmittel statt Rauschmittel

Auszug: Gesundheit ist mehr als Medizin. Ganzheitliche Medizin statt partikuläres Denken und Handeln.

Professor Dr. Dr. Karl Hecht

Glyzin statt Ritalin – Naturmittel statt Rauschmittel
Ritalin ist chemisch ein Methylphenidat, ein Abkömmling des Rauschmittels Amphetamin, welches euphorische Stimmung erzeugt und im zweiten Weltkrieg als „Heldenmacher“ vor Kampfeinsätzen den Soldaten in einer speziellen Schokolade verabreicht wurde.
Dieser Wirkstoff wird heute Kindern mit dem ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) auch als Zappelphilipp-Syndrom bezeichnet, regelmäßig verabreicht. Ich sehe hier eine große Gefahr für die Kinder, denn das Ritalin hat auch laut Beipackzettel eine Anzahl von unerwünschten Nebenwirkungen.
Nachfolgend sollen nur einige davon angeführt werden: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit, Nervosität, Depressionen, Angstgefühle, Verwirrung, Anspannung, Schwindelgefühl, Zittern, Kribbeln in Armen und Beinen, Aufstoßen, Erbrechen, Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche, Selbstmord.
Des Weiteren wird überhaupt Zweifel an der Diagnose ADHS erhoben [Saul und Fuchs 2015]. Die sitzende Tätigkeit immobilisiert die Kinder. Immobilisation verursacht Stress Diesen versuchen die Kinder intuitiv mit motorischer Aktivität „abzuschütteln“; sie brauchen Sport, diese Kinder. Im Jahr 2000 hatte ich eine neu gegründete Mutter-und-Kind-Kurklinik in Gang zu setzen. In jedem Durchgang waren mehr als 50 dieser Zappelphilipp-Kinder. Dem Sportlehrer gab ich Anleitung, die Kinder intensiv mit Radfahren, Strandwanderungen, Ballspielen und Tanzen zu beschäftigen. Am Ende der dreiwöchigen Kur klagte keine Mutter mehr über das ADHS ihrer Kinder. Es gibt natürlich noch andere Faktoren, die die Symptomatik des ADHS auslösen können, z. B. Überzuckerung (zu viel Süßigkeiten und Coca-Cola-Genuss). Es gibt auch Kinder, die echt mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätssymptomen zu tun haben. Sie sollten aber bitte kein Ritalin nehmen. Es gibt etwas besseres, was das Nervensystem von Kindern und Erwachsenen stärkt. Das ist die natürliche Aminosäure Glyzin.
Glyzin ist sie einfachste Aminosäure; es wird auch als Uraminosäure bezeichnet. Glyzin weist gegenüber allen anderen Aminosäuren spezifische Charakteristika aus. Es spielt eine fundamentale Rolle beim Aufbau der Eiweiße im menschlichen Organismus, wenn es mit proteinreicher Ernährung in das Verdauungssystem gelangt.
Glyzin ist aber auch ein Regulator des Zentralnervensystems für Mensch und Tiere; ein sogenannter Neurotransmitter. Es wirkt, wenn die Substanz mikroverkapselt wird und sublingual (unter der Zunge liegend) eingenommen wird, als ein natürliche Nootropikum, welches vom Kindesalter bis zum Seniorenalter eingenommen werden kann.
Nootropika sind Wirkstoffe, die Hirnleistungen optimierend und stabilisierend beeinflussen. Noos (griechisch) = Verstand, Intellekt, Vernunft
Glyzin ist ein Nootropikum mit sanfter, physiologischer Wirkung ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Es

• verbessert die Hirnleistung (z. B. Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit)
• wirkt beruhigend. Der beruhigende Effekt wird in einer schwachen ausgleichenden psychoemotionellen Reaktion reflektiert.
• bewirkt Senkung der Erregungszustände, z. B. der Reizbarkeit, der Aggressivität, der Konflikt- und Streitsucht.
• führt bei gesteigerter Rindenaktivität des EEG (Betawellen) eine Synchronisation der neurobioelektrischen Prozesse (Alphawellen) herbei.
• hat einen Alpha1-adrenolytischen Effekt und schützt die Zellverbände vor überschüssiger Katecholaminfreisetzung. Daher resultiert ein Antistresseffekt. Katecholamine sind Stresshormone (z. B. Adrenalin).
• zeigt keine Abhängigkeit (kein Suchtpotential), keine Entzugserscheinungen beim Absetzen nach längerer Applikation, potenziert nicht den Alkoholeffekt und anderer psychotroper Pharmaka.
• vermag dagegen das Entzugssyndrom bei der Therapie von Alkoholismus, Arzneimittel- und Drogenabhängigkeit zu mindern bzw. abzuschwächen.
Die Tabelle zeigt die Grundsätzlichen Unterschiede zwischen Glyzin und psychotropen Pharmaka.
Tabelle 1: Wirkungsvergleich von Glyzin und Psychopharmaka



Dieses Glyzin wurde von der russischen Kinderärztin und Neurochemikerin Dr. Irena Komissarova entwickelt und weltweit als mikroverkapseltes Biotiki-Glyzin patentiert. Die beschriebenen Effekte hat nur das Biotiki-Glyzin, welches in Deutschland originalgetreu unter dem Namen Bidicin in Apotheken erhältlich ist. Glyzin hat keine unerwünschten Nebenwirkungen und kann auch nicht überdosiert werden.
In der Kinderneurologie wird mikroverkapseltes Biotiki-Glycin bei Neurosen, neuroseähnlichen Zuständen, Kopfschmerzen unterschiedlicher Genese, Folgen von Schädel-Hirn-Traumata und Neuroinfektionen angewendet.
Mikroverkapseltes Glyzin wurde seit Juni 1989 in der Klinik für Kinderneurologie des Staatlichen Wissenschaftlichen Zentrums für Kindergesundheit der Russischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (RAMW) eingesetzt. Es wurden 1.704 Kinder therapiert, bei sämtlichen Patienten wurde die maximal einheitliche

kombinierte Basistherapie angewendet. Glyzin wurde bei Patienten im Alter von 1 Monat bis 15 Jahre mit unterschiedlichen neurologischen Pathologien appliziert, darunter geistige Insuffizienz verschiedenen Grades, infantile Zerebralparese, verschiedene Formen von Hydrocephalus im Sub- und Kompensationsstadium, neurotische und neuroseähnliche Zustände, erbliche degenerative Erkrankungen, epileptische und andere paroxysmale Zustände.
Es wurden folgende Applikationsschemata entwickelt. Mikroverkapseltes Glyzin wurde als Tablette sublingual oder als zerstoßene Tablette in Pulverform transbukkal außerhalb von Mahlzeiten und nicht zusammen mit Getränken verordnet. Bei Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren betrug die Dosis 0,2-0,7 g (2-7 Tabletten) pro Tag, bei Kindern über 3 Jahren 0,7-1 g (7-10 Tabletten) pro Tag, jeweils zwei Wochen pro Monat, 3-6-12 Behandlungskurse pro Jahr.
Die Wirksamkeit des Präparats wurde bei 1.704 Kindern anhand folgender Parameter beurteilt: psychomotorischer und emotionaler Status des Kinds, sprachliche und geistige Entwicklung, Berücksichtigung von Verhaltensreaktionen, das Einschlafen und der Schlaf.
Besondere Aspekte der therapeutischen Wirksamkeit von mikroverkapseltem Glyzin (Biotiki)
• universelle Antistress-Wirkung
• Normalisierung des Nervensystems bei Übererregung oder Überbelastung
• Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und des Gedächtnisses
• Entgiftende Wirkung bei Arzneimittel-Intoxikationen
Besonders wichtige Merkmale von mikroverkapseltem Glyzin (Biotiki), in Deutschland als Bidicin in der Apotheke erhältlich:
• keine Gegenanzeigen und keine unerwünschten Nebenwirkungen
• keine Altersbeschränkungen für die Einnahme
• vielfältige Möglichkeiten für die Auswahl der individuellen Dosierung
• Möglichkeit der Erstellung komplexer Behandlungspläne in Kombination mit anderen Präparaten
Ich selbst habe mit Prof. Dr. Irena Komissarova bis zu ihrem Tode über zehn Jahre zusammengearbeitet und Glyzin Biotiki erfolgreich bei Schlafstörungen, Stresserkrankungen, der Verminderung oder Bewältigung von Abstinenzerscheinungen nach Absetzen von Medikamenten und sogar bei einem Patienten mit Wachkoma angewendet.
Glyzin ist auch in eine Reihe von Stoffwechselprozessen innerhalb der Zellen von Lebewesen einbezogen. In erster Linie ist das Glyzin an der Synthese des Glutathions beteiligt. Die Aktivierung der Glutathionsynthese führt zur Erhöhung der kompensatorischen Vorgänge in den Zellen, wenn sich oxydativer Stress entwickelt oder die Aktivität des Immunsystems negative Veränderungen erfährt.
Glyzin hat wie schon erwähnt die Eigenschaft der unspezifischen Konjugation von Xeno-Biotika, wenn Wirkstoffe mit toxischen Nebenwirkungen die Zelle erreichen. Die Xeno-Biotika gehen eine Symbiose mit Glyzin ein und schwächen die toxischen Wirkungen ab oder beseitigen diese vollständig. Dies erfolgt durch Umbildung von metabolischen Prozessen (Xeno-Biotka sind körpereigene Substanzen, die den Organismus zur Abwehr veranlassen).
Durch glyzininduzierte, direkte, unspezifische Konjugation von Xeno-Biotika erfolgt

• die Bindung von toxischen Stoffen oder
• die Umwandlung dieser toxischen Stoffe in einen für den Organismus weniger gefährlichen Metabolismus.
Dieser Mechanismus erklärt die Abschwächung der Alkoholwirkung, der Entzugssymptomatik bei Drogen-, Alkohol- und Arzneimittelabhängigen und von der Neutralisierung von UAW (unerwünschte Arzneimittelwirkung) verschiedener Pharmaka durch Glyzinapplikation.
Fördernde Effekte von Glyzin auf das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit von Jugendlichen
An 15 männlichen und 15 weiblichen Medizinstudenten wurde mit verschiedenen psychologischen Standardtests die Wirkung von Glyzin auf Gedächtnis und Aufmerksamkeit im Doppelblindversuch geprüft. Es konnte festgestellt werden, dass Glyzin die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis signifikant steigern kann. Der Effekt war dann besonders groß, wenn durch Schlafdefizit infolge Schichtarbeit bzw. Jetlag diese kognitiven Prozesse beeinträchtigt waren [File et al. 1999].
Anwendung von sublingual appliziertem Glyzin in der Prophylaxe und Therapie bei Patienten mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit (narkologische Patienten)
Die Glyzin induzierte direkte unspezifische Konjugation von Xenobiotika und Kenntnis deren molekular biologischer Mechanismen [Komissarova und Komissarova 2000] gab Anlass Glyzin vor allem zur Therapie von Patienten mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit anzuwenden. Dabei wurde durch die Glyzinapplikation (Dosen 1,0-2,0 g und über längere Dauer) die Abschwächung der Alkoholwirkung, die Neutralisierung unerwünschter Nebenwirkungen von verschiedenen klassischen Pharmaka sowie Reduzierung oder Verhinderung der Entzugssymptomatik bei drogen-, alkohol- und arzneimittelabhängigen Patienten nachgewiesen. Selbst habe ich dies bei mehreren 1.000 Patienten 15 Jahre lang effektiv durchgeführt.
Die überzeugenden Effekte des Neuroprotektors Glyzin bei der angeführten Anwendung gaben Anlass, dass die sublinguale Glyzinapplikation zum Standardtherapieprogramm bei dieser Patientengruppe der einschlägigen Moskauer Kliniken gehört. (Informationsbrief des Gesundheitskomitees der Stadt Moskau an Chefärzte der narkologischen Fürsorgestellen, psychoneurologischen Fürsorgestellen, narkologischen Krankenhäuser, psychiatrischen Krankenhäuser für Kinder. N 2218/26 vom 01.11.1996.)
Anmerkung: Die hier beschriebenen Effekte wurden ausschließlich mit dem mikroverkapselten Glyzin Biotiki (Bidicin) erzielt. Für alle von anderen Firmen produzierten Glyzin-Präparate kann ich keine Verantwortung übernehmen.


Weiterführende Literatur
Hecht, K. (2010): Glyzin – ein Bioregulid in neurophysiologischen Prozessen des Menschen. Teil 1: Erkenntnisstand zur Glyzinfunktion in Lebensprozessen und Beispiele der Anwendung in der Therapie. OM u. Ernährung, Nr. 130, S. F2-12


Hecht, K.; H.-P. Scherf (2010): Glyzin – ein Bioregulid in neurophysiologischen Prozessen des Menschen. Teil 2: Wirkung von sublingual appliziertem Glyzin bei pharmakotherapeutisch induzierter chronischer Insomnie bei älteren Patienten. Nachweis mit elektrophysiologischen Daten. OM u. Ernährung, Nr. 131, S. F24-33

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